Liest man das Etikett einer Ibuprofen-Packung, findet man zwei Bezeichnungen. Die eine ist der Markenname, die andere der Wirkstoff, meist in kleinerer Schrift. Dieser Wirkstoff ist für die eigentliche Wirkung verantwortlich. Alle anderen Bestandteile der Tablette – Füllstoffe, Bindemittel und Überzüge – dienen dazu, den Wirkstoff zu transportieren, zu schützen oder seine Auflösung zum richtigen Zeitpunkt zu gewährleisten.
Der Unterschied ist nicht unerheblich. Eine 200-mg-Tablette Ibuprofen enthält 200 mg des Wirkstoffs, wiegt aber selbst mehr. Die zusätzliche Masse besteht aus Hilfsstoffen. Zwei Produkte mit demselben Wirkstoff können sich unterschiedlich verhalten, wenn sich ihre Hilfsstoffe unterscheiden. Deshalb sind Generika und Markenmedikamente in der Praxis nicht immer austauschbar, selbst wenn die Zulassungsbehörden dies behaupten.
Warum das in der Praxis wichtig ist
- Dosierung. Jede Dosierungsanweisung bezieht sich auf den Wirkstoff, nicht auf das Gesamtgewicht der Tablette.
- Allergie und Unverträglichkeit. Manche Reaktionen werden durch Hilfsstoffe wie Laktose oder Farbstoffe verursacht, nicht durch den Wirkstoff selbst.
- Generische Äquivalenz. Die Zulassungsbehörden fordern den gleichen Wirkstoff, die gleiche Stärke, den gleichen Verabreichungsweg und nachgewiesene Bioäquivalenz.
- Kombinationsprodukte. Eine einzelne Tablette kann zwei oder mehr Wirkstoffe enthalten, jeder mit seiner eigenen Dosis.
Apotheker bezeichnen den Wirkstoff als API, kurz für Wirkstoff. Diese Abkürzung findet sich auf Herstellungsdokumenten und Versandmanifesten weltweit.
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