Die Leitfähigkeit von Meerwasser hängt primär von der Konzentration gelöster Ionen ab. Die Leitfähigkeit dient daher als präziser und leicht messbarer Indikator für den Salzgehalt. Ozeanographen geben die Leitfähigkeit in Siemens pro Meter an und rechnen den Wert anschließend mithilfe etablierter Gleichungen, die auch Temperatur und Druck berücksichtigen, in den praktischen Salzgehalt um.
Moderne CTD-Geräte erfassen Leitfähigkeit, Temperatur und Tiefe mit hoher Frequenz, während sie durch die Wassersäule abgesenkt werden. Die resultierenden Profile geben Aufschluss über die Struktur der Wassermassen, die Durchmischung und die Zirkulationswege. Da Leitfähigkeitssensoren schnell und stabil reagieren, bilden sie das Rückgrat sowohl schiffsgestützter als auch autonomer Salzgehaltsmessungen.
Die absolute Salinität, die regionale Unterschiede in der Meerwasserzusammensetzung berücksichtigt, wird heute für präzise Dichteberechnungen bevorzugt, die Leitfähigkeit bleibt jedoch die Messgröße, aus der die Salinität abgeleitet wird. Die Kalibrierung anhand von Standardmeerwasser gewährleistet die Konsistenz innerhalb des globalen Beobachtungssystems.
Eine Änderung des Salzgehalts von nur wenigen Hundertstel Einheiten kann mit einer gut kalibrierten Leitfähigkeitszelle problemlos festgestellt werden.
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