Manche Tiere können Gliedmaßen nachwachsen lassen. Menschen nicht. Die regenerative Medizin will das ändern. Sie zielt darauf ab, geschädigte Zellen, Gewebe und Organe zu reparieren, zu ersetzen oder zu regenerieren. Dabei kombiniert sie Stammzellbiologie, Gewebezüchtung, Gentherapie und Materialwissenschaften. Das Ziel ist nicht nur die Behandlung von Krankheiten, sondern die Wiederherstellung der Funktion.
Das Forschungsgebiet verfolgt verschiedene Ansätze. Die Zelltherapie führt Zellen zur Reparatur von geschädigtem Gewebe ein. Stammzelltransplantationen heilen bereits bestimmte Blutkrebsarten und Immunerkrankungen. Beim Tissue Engineering werden Ersatzgewebe auf Gerüsten im Labor gezüchtet. Die Gentherapie korrigiert genetische Defekte, die zu degenerativen Erkrankungen führen. Das Organ-Bioprinting zielt darauf ab, funktionsfähige Organe aus den eigenen Zellen eines Patienten herzustellen.
Die Herausforderungen sind enorm. Zellen müssen im Körper überleben, sich integrieren und funktionsfähig sein. Gerüste müssen biokompatibel sein und sich mit der richtigen Geschwindigkeit abbauen. Das Immunsystem darf das transplantierte Material nicht abstoßen. Und die Biologie der Regeneration ist noch immer unzureichend erforscht. Manche Gewebe, wie Haut und Leber, regenerieren sich gut. Andere, wie Herzmuskel und Nervenzellen, nicht.
Regenerative Medizin ist noch nicht Standard. Die meisten Therapien sind experimentell oder nur begrenzt anwendbar. Doch die Entwicklung schreitet voran. Stammzelltherapien für Makuladegeneration, Knorpelreparatur und Herzinsuffizienz befinden sich in klinischen Studien. Das Potenzial ist groß, auch wenn der Zeitplan ungewiss ist.
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