Nicht jeder Krebspatient spricht auf jedes Krebsmedikament an. Manche Tumore weisen eine Mutation auf, die sie für eine bestimmte Therapie anfällig macht. Ein Begleitdiagnostikum ist ein Test, der ermittelt, welche Patienten von welchem Medikament profitieren. Es ist der Schlüssel zur personalisierten Medizin. Ohne dieses Diagnostikum könnte das Medikament Patienten verabreicht werden, die nicht darauf ansprechen, was Zeit und Geld verschwendet und sie Nebenwirkungen aussetzt.
Begleitdiagnostika werden parallel zum Medikament entwickelt. Die FDA prüft sie gemeinsam. Der Test kann beispielsweise ein Gensequenzierungspanel, eine immunhistochemische Färbung oder eine Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierungssonde sein. Er weist einen spezifischen Biomarker nach, wie etwa eine Mutation im EGFR-Gen oder eine Überexpression des HER2-Proteins. Das Ergebnis entscheidet über die Indikation des Medikaments.
Beispiele gibt es überall. Herceptin bei HER2-positivem Brustkrebs erfordert einen HER2-Test. Keytruda bei bestimmten soliden Tumoren erfordert einen Test auf Mikrosatelliteninstabilität oder DNA-Reparaturdefizienz. Tarceva bei Lungenkrebs erfordert einen EGFR-Mutationstest. In jedem Fall sind Diagnose und Medikament miteinander verknüpft.
Begleitdiagnostik wird nicht nur in der Onkologie eingesetzt. Sie findet auch Anwendung bei Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und seltenen genetischen Störungen. Mit der Entwicklung gezielterer Therapien werden weitere Begleitdiagnostika folgen. Der Test ist genauso wichtig wie die Behandlung.
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