Modernisierung ist der Prozess, durch den Gesellschaften moderne Praktiken und Technologien übernehmen. Sie umfasst Industrialisierung, Urbanisierung, Säkularisierung sowie die Verbreitung von Massenbildung und -medien. Der Begriff war zentral für die Sozialtheorie der Mitte des 20. Jahrhunderts, die davon ausging, dass alle Gesellschaften einen ähnlichen Weg von der Tradition zur Moderne beschreiten würden.
Diese Annahme wird inzwischen infrage gestellt. Postkoloniale und Dependenztheoretiker argumentieren, dass die Modernisierungstheorie außer Acht ließ, wie reiche Länder arme ausbeuteten. Andere weisen darauf hin, dass Modernisierung regional unterschiedlich verläuft. Japan, Indien und Nigeria beschritten nicht denselben Weg wie Großbritannien oder die Vereinigten Staaten.
Gemeinsame Merkmale
- Industrie- und postindustrielle Wirtschaften
- Wachstum der städtischen Bevölkerung
- Rückgang der religiösen Autorität
- Ausweitung der formalen Bildung
- Massenmedien und Kommunikationstechnologien
Modernisierung bringt Vorteile: höhere Lebenserwartung, bessere Alphabetisierung, mehr Wahlmöglichkeiten. Sie hat aber auch Kosten: Umweltschäden, kultureller Verlust und neue Formen der Ungleichheit. Sie ist kein abgeschlossenes Ziel, sondern ein fortlaufender, ungleichmäßiger Prozess.
Comments
No comments yet. Be the first to share a thought.
Leave a comment