Eine 58-jährige Buchhalterin bewirbt sich um eine Stelle. Der Interviewer lächelt, fragt nach ihrer Altersvorsorge und meldet sich nie wieder. Das ist Altersdiskriminierung: Vorurteile oder Diskriminierung aufgrund des Alters. Sie betrifft Jung und Alt, wobei ältere Menschen im Berufsleben und im Gesundheitswesen häufiger damit konfrontiert werden.
Der Begriff wurde 1969 von dem Gerontologen Robert Butler geprägt. Er verglich ihn mit Rassismus und Sexismus und argumentierte, dass Altersdiskriminierung genauso schädlich und institutionalisiert sei. Stereotype zeichnen ein Bild von älteren Menschen als vergesslich, langsam oder veränderungsresistent. Jüngere Arbeitnehmer werden als faul oder unerfahren abgestempelt.
Wo es auftaucht
- Einstellung: Ältere Bewerber trotz Qualifikation aussortiert
- Gesundheitswesen: Symptome werden als normale Alterungsprozesse abgetan.
- Medien: Ältere Charaktere werden als komisch oder hilflos dargestellt
- Politik: obligatorisches Renteneintrittsalter in einigen Ländern
Altersdiskriminierung schadet der psychischen Gesundheit, verkürzt das Leben und kostet die Wirtschaft Milliarden an Produktivitätsverlusten. Anders als Rasse oder Geschlecht ist das Alter eine Kategorie, der jeder irgendwann zugeordnet wird.
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