Funktionale Fixierung ist die Tendenz, ein Objekt ausschließlich im Hinblick auf seine gewohnte Funktion zu betrachten. Diese gedankliche Fixierung verhindert, dass das Objekt auf neuartige Weise genutzt wird, die ein Problem lösen könnte.
Beim Kerzenproblem erhalten die Teilnehmer eine Kerze, eine Streichholzschachtel und Reißzwecken und sollen die Kerze an einer Wand befestigen. Viele erkennen nicht, dass man die Streichholzschachtel leeren und als Plattform an die Wand heften kann. In ihrer Vorstellung ist die Schachtel fest als Behälter verankert. Ähnliche Schwierigkeiten treten immer dann auf, wenn ein Werkzeug oder ein Alltagsgegenstand für einen unerwarteten Zweck umfunktioniert werden muss.
Funktionale Fixierung ist stärker ausgeprägt, wenn die übliche Funktion eines Objekts unmittelbar vor dem Problem demonstriert wird, und schwächer, wenn das Objekt ohne seinen typischen Kontext präsentiert wird. Expertise kann sowohl hilfreich als auch hinderlich sein: Tiefes Wissen über die Eigenschaften eines Objekts kann neue Verwendungsmöglichkeiten nahelegen, während eine starke Assoziation mit der Standardverwendung diese blockieren kann. Das bewusste Auflisten alternativer Funktionen oder das Einlegen einer Pause kann die Fixierung verringern.
Dasselbe Wissen, das einen Gegenstand unter normalen Umständen nützlich macht, kann ihn unter außergewöhnlichen Umständen unsichtbar machen.
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