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⚡ Cannon-Bard-Theorie

Die Theorie, dass ein emotionsauslösender Reiz gleichzeitig physiologische Reaktionen und das subjektive Erleben von Emotionen auslöst.

Cannon-Bard-Theorie

Die Cannon-Bard-Theorie der Emotion besagt, dass ein emotionsauslösender Reiz gleichzeitig die physiologische Reaktion und das subjektive Erleben der Emotion auslöst. Beide treten gemeinsam auf; keines verursacht das andere.

Walter Cannon und Philip Bard entwickelten diese Ansicht in den 1920er Jahren als Gegenposition zur früheren James-Lange-Theorie, die besagte, dass wir Angst empfinden, weil wir fliehen. Cannon argumentierte, dass dieselben körperlichen Veränderungen bei verschiedenen Emotionen auftreten und dass diese Veränderungen oft zu langsam ablaufen, um die Schnelligkeit emotionaler Empfindungen zu erklären. Stattdessen verortete er die Schlüsselprozesse im Thalamus, der seiner Ansicht nach gleichzeitig Signale an den Cortex (wodurch die empfundene Emotion entsteht) und an das autonome Nervensystem (wodurch die körperliche Reaktion ausgelöst wird) sendet.

Spätere Forschungen haben die Anatomie verfeinert – Hypothalamus und limbische Strukturen spielen eine größere Rolle als von Cannon angenommen –, doch die zentrale These der simultanen Entstehung von Emotionen bleibt einflussreich. Moderne Theorien integrieren häufig Elemente sowohl von Cannon-Bard als auch von James-Lange und erkennen an, dass Körperreaktionen Emotionen beeinflussen und verstärken können, selbst wenn sie nicht deren alleinige Ursache sind.

Laut Cannon-Bard entstehen bei einer Begegnung mit einem Bären im Wald das Herzrasen und das Gefühl der Angst im selben Moment aus demselben zentralen Prozess.

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