Die Gesamtheit der individuellen Einstellungen zu politischen Themen bildet die öffentliche Meinung. Sie wird durch Umfragen gemessen, aus Wahlen und Protesten abgeleitet und fortwährend durch Medien, Ereignisse und Signale der Eliten beeinflusst.
Demokratische Regierungen behaupten, auf die öffentliche Meinung einzugehen, doch das Verhältnis ist komplex. Meinungen können uninformiert, instabil oder widersprüchlich sein. Politiker folgen ihr und lenken sie zugleich. Interessengruppen und Medienorganisationen konkurrieren darum, zu definieren, was „die Öffentlichkeit“ denkt. Die Methodik von Umfragen – Stichprobenziehung, Fragestellung, Zeitpunkt – beeinflusst die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.
Manche Themen weisen über Jahrzehnte stabile Mehrheiten auf; andere schwanken je nach Wirtschaftslage oder einschneidenden Ereignissen. Die öffentliche Meinung schränkt extreme politische Optionen ein, selbst wenn sie keine konkreten Entscheidungen vorgibt. Ihr Entstehen und ihre Messung zu verstehen, ist unerlässlich für jeden, der politische Ergebnisse erklären oder beeinflussen möchte.
Eine gut konzipierte Umfrage kann Präferenzen aufdecken, die durch Wahlergebnisse allein unklar bleiben.
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