Die grundlegenden Regeln, die die Regierung begründen und ihre Befugnisse begrenzen, sind in einer Verfassung zusammengefasst. Sie definiert die Gewalten, die Rechte der Bürger und die Verfahren zur Gesetzgebung.
Verfassungen können schriftliche Einzeldokumente oder ungeschriebene Sammlungen von Gesetzen, Konventionen und Gerichtsentscheidungen sein. Sie beanspruchen in der Regel Vorrang vor gewöhnlichen Gesetzen. Änderungsverfahren sind üblicherweise aufwändiger als die gewöhnliche Gesetzgebung, damit der grundlegende Rahmen relativ stabil bleibt.
Die Ausgestaltung der Verfassung prägt den politischen Wettbewerb: Präsidial- versus parlamentarische Systeme, föderale versus unitarische Strukturen und die Stärke der Verfassungsgerichtsbarkeit – all dies resultiert aus verfassungsrechtlichen Entscheidungen. Wenn politische Akteure die Verfassung als bindend betrachten, selbst wenn sie ihren unmittelbaren Zielen entgegensteht, gewinnt das System an Legitimität und Berechenbarkeit. Behandeln sie sie hingegen als optional, wird der Konstitutionalismus selbst untergraben.
Eine Verfassung ist nur so stark wie der Wille der mächtigen Akteure, sich an sie zu halten.
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