Vorausdeutung bedeutet, Hinweise oder Andeutungen zu streuen, die das Publikum auf spätere Ereignisse vorbereiten. Sie erzeugt Erwartungen und, im Nachhinein betrachtet, ein Gefühl der Unvermeidlichkeit.
Eine geladene Waffe im ersten Akt, eine beiläufige Bemerkung, die sich später als prophetisch erweist, ein Wetterumschwung, der kommendes Unheil ankündigt – all das sind Formen der Vorahnung. Dieses Stilmittel kann subtil oder offensichtlich sein. Ist es zu aufdringlich, wirkt die Geschichte vorhersehbar; ist es zu dezent, erscheint das spätere Ereignis unvorbereitet. Erfahrene Autoren setzen die Signale so ein, dass Erstleser Spannung verspüren, während wiederkehrende Leser erkennen, wie sorgfältig die Weichen gestellt wurden.
Vorahnungen wirken Hand in Hand mit Spannung und Überraschung. Sie nehmen der Überraschung nicht den Garaus; sie lassen sie vielmehr verdient erscheinen. In Tragödien tragen sie zum Gefühl des Schicksals bei; in Krimis spielen sie dem Leser in die Hände, indem sie die notwendigen Hinweise liefern. Die besten Vorahnungen werden oft erst erkannt, nachdem das vorhergesagte Ereignis eingetreten ist.
Ein Detail, das unauffällig auf Kommendes hinweist, ist ein Beispiel für Vorahnung.
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