Grasland, das einst Herden ernährte, kann innerhalb einer Generation zu Staub zerfallen. Desertifikation ist der Prozess, durch den fruchtbares Land zu Wüste wird. Sie findet hauptsächlich in trockenen Regionen statt, die an bestehende Wüsten angrenzen und als Trockengebiete bezeichnet werden. Auslöser ist meist schlechtes Landmanagement: Überweidung, Übernutzung des Bodens und Abholzung entziehen dem Boden die Vegetation, die ihn zusammenhält. Dürre kann den Niedergang beschleunigen, ist aber selten alleinige Ursache.
Der Prozess verstärkt sich selbst. Wenn Pflanzen verschwinden, tragen Wind und Regen die fruchtbare Humusschicht ab. Ohne diese Humusschicht können weniger Pflanzen wachsen. Der Boden hellt sich auf, reflektiert mehr Wärme und reduziert den Niederschlag. Wissenschaftler schätzen, dass die Wüstenbildung weltweit Milliarden Hektar Land betrifft, wobei die Sahelzone Afrikas zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählt. Das 2007 ins Leben gerufene Projekt „Große Grüne Mauer“ hat zum Ziel, degradierte Böden im Trockengürtel des Kontinents durch das Pflanzen von Bäumen und die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft wiederherzustellen.
Hauptursachen
- Überweidung durch Nutztiere.
- Übermäßige Bodenbearbeitung und verkürzte Brachezeiten.
- Abholzung zur Gewinnung von Brennstoff und Ackerland.
- Mangelhafte Bewässerung führt zur Versalzung des Bodens.
Die Wüstenbildung ist nicht unvermeidlich. Terrassierung, Weidewechsel und dürreresistente Nutzpflanzen können sie verlangsamen oder sogar umkehren. Die Lösung besteht selten allein in der Anpflanzung von Bäumen. Es geht darum, dem Land Zeit zur Erholung zu geben.
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