Die Nachfrage reagiert unterschiedlich stark auf Preisänderungen. Die Preiselastizität misst diese Reaktionsfähigkeit. Sie wird berechnet, indem die prozentuale Änderung der nachgefragten Menge durch die prozentuale Preisänderung geteilt wird. Ist der Absolutwert größer als eins, ist die Nachfrage elastisch – die Menge ändert sich überproportional zur Preisänderung. Ist er kleiner als eins, ist die Nachfrage unelastisch.
Elastische Nachfrage ist typisch für Produkte mit engen Substituten oder für nicht lebensnotwendige Güter. Unelastische Nachfrage ist typisch für lebensnotwendige Güter, Suchtmittel oder Produkte mit wenigen Substituten. Die Kenntnis der Elastizität hilft Unternehmen, die Umsatzauswirkungen einer Preisänderung vorherzusagen: Eine Preiserhöhung steigert den Umsatz bei unelastischer Nachfrage und senkt ihn bei elastischer Nachfrage.
Die Preiselastizität wird anhand historischer Daten, Experimente oder Umfragen geschätzt. Sie kann je nach Marktsegment, Zeithorizont und Preisänderungshöhe variieren. Preisentscheidungen, die die Preiselastizität außer Acht lassen, bergen das Risiko unerwarteter Absatzrückgänge oder verpasster Wertschöpfungschancen. Das Konzept zählt nach wie vor zu den praktischsten Anwendungen der Mikroökonomie im Geschäftsalltag.
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