Folklore umfasst die traditionellen Glaubensvorstellungen, Geschichten und Bräuche, die innerhalb einer Gemeinschaft mündlich überliefert werden. Dazu gehören Volkserzählungen, Legenden, Mythen, Sprichwörter, Rätsel, Lieder, Tänze und Kunsthandwerk. Der Begriff wurde 1846 von William Thoms geprägt, der ein Wort für die ungeschriebene Kultur der einfachen Bevölkerung suchte. Seitdem haben Folkloristen alles dokumentiert, von Appalachenballaden bis hin zu urbanen Legenden über Alligatoren in der Kanalisation.
Folklore ist weder erstarrt noch altmodisch. Sie passt sich an. Eine Geschichte, die in einem Jahrhundert am Lagerfeuer erzählt wurde, wird in einem anderen Jahrhundert zur Kettenmail oder zum viralen Video. Dieselben Erzählstrukturen tauchen in verschiedenen Kulturen wieder auf: der Trickser, die Suche, der törichte Held, der durch Glück Erfolg hat. Folkloristen untersuchen sowohl die Texte als auch die Aufführungen und achten dabei darauf, wer eine Geschichte wann und warum erzählt.
Genres
- Mythen: heilige Erzählungen zur Erklärung von Ursprüngen.
- Legenden: Geschichten, die als wahr erzählt werden, oft über lokale Orte.
- Volkserzählungen: fiktive Geschichten zur Unterhaltung oder zum Unterricht.
- Materielle Folklore: Quilts, Werkzeuge, Rezepte und Kunsthandwerk.
Folklore überlebt, weil sie nützlich ist. Sie lehrt, warnt, unterhält und stärkt den Zusammenhalt der Gemeinschaft.
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