Der Post-hoc-Fehlschluss beruht auf der Annahme, dass aus einer Korrelation ein Kausalzusammenhang entsteht. Er stammt vom lateinischen „post hoc ergo propter hoc“, was so viel bedeutet wie „danach, also deswegen“. Der Fehlschluss geht davon aus, dass ein Ereignis, weil es auf ein anderes folgte, die Ursache des zweiten war. Der Hahn kräht, und die Sonne geht auf. Der Hahn hat den Sonnenaufgang nicht verursacht. Die Abfolge ist eine Korrelation, keine Kausalität.
Dieser Fehlschluss ist im Aberglauben weit verbreitet. Eine schwarze Katze kreuzt den Weg, und man hat Unglück. Die Katze hat das Unglück aber nicht verursacht. Die beiden Ereignisse stehen in keinem Zusammenhang. Auch in der Medizin ist dieser Fehlschluss häufig. Ein Patient nimmt ein Nahrungsergänzungsmittel und fühlt sich besser. Das Präparat könnte geholfen haben. Oder der Patient wäre von selbst genesen. Die bloße Abfolge beweist keinen Kausalzusammenhang.
Post-hoc-Beispiele
- Ich trug meine Glückssocken und wir haben das Spiel gewonnen, also haben die Socken den Sieg gebracht.
- Ich habe ein neues Medikament eingenommen und meine Kopfschmerzen sind verschwunden, das Medikament hat also gewirkt.
- Die Wirtschaft erholte sich nach der Steuersenkung, die Steuersenkung war also die Ursache für die Verbesserung.
- Ich habe in diesem Restaurant gegessen und bin krank geworden, also hat das Restaurant meine Krankheit verursacht.
- Der Hahn krähte und die Sonne ging auf, also verursachte der Hahn den Sonnenaufgang.
Der Fehlschluss „post hoc“ ist ein Kausalitätsirrtum. Abhilfe schafft die Suche nach Beweisen für einen kausalen Mechanismus. Hat das Präparat eine bekannte biologische Wirkung? Gibt es eine kontrollierte Studie? Die bloße Abfolge reicht nicht aus. Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Das ist die Lehre daraus. Die Welt ist voller Zufälle. Zwei Ereignisse können nacheinander auftreten, ohne miteinander in Verbindung zu stehen. Der Mensch erkennt Muster. Er sieht Ursachen, wo keine sind. Der Fehlschluss „post hoc“ ist ein natürlicher Irrtum. Ihn zu vermeiden erfordert Disziplin. Wenn Sie das nächste Mal aufgrund einer Abfolge einen Kausalzusammenhang annehmen, fragen Sie sich: Gibt es einen Mechanismus? Gibt es Beweise? Die Antwort könnte „nein“ lauten. Die Abfolge könnte ein Zufall sein. Der Hahn könnte einfach nur Glück gehabt haben.
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