Zwei Töne gleicher Tonhöhe und Dauer können völlig unterschiedlich klingen, je nachdem, wie sie beginnen und enden. Die Artikulation beschreibt diese Unterschiede. Legato verbindet Töne fließend; Staccato verkürzt sie; Akzente verleihen einzelnen Tönen mehr Gewicht.
Streicher variieren Bogendruck und -geschwindigkeit. Bläser kontrollieren Zungenstoß und Atemtechnik. Pianisten passen Ansatz und Ausklang an. Sänger formen Konsonanten und Vokale. Die Partiturangaben geben diese Orientierung, doch erfahrene Musiker wenden die Artikulation auch instinktiv an, um die Phrasierung zu verdeutlichen.
Eine klare Artikulation hilft dem Zuhörer, Rhythmus und Struktur zu erfassen. Undeutliche Artikulation kann selbst eine gut geschriebene Melodielinie verwischen. Im Ensemblespiel sorgt eine einheitliche Artikulation für einen harmonischen Gesamtklang. Komponisten und Herausgeber kennzeichnen Artikulationen sorgfältig, da sie den Charakter der Musik prägen.
Durch Übung wird die Artikulation oft isoliert, sodass die körperlichen Gesten automatisch ablaufen.
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