Eine Ballade ist ein erzählendes Gedicht oder Lied, das eine Geschichte in kurzen Strophen erzählt, oft mit einem einfachen Reimschema und einem Refrain. Traditionelle Balladen wurden mündlich überliefert, bevor sie schriftlich festgehalten wurden.
Volksballaden handeln typischerweise von Liebe, Verrat, Gewalt oder dem Übernatürlichen und eilen von einem Ereignis zum nächsten, ohne viel psychologische Analyse. Die Sprache ist schlicht, die Dialoge spärlich, und der Fokus liegt auf Handlung und Ergebnis. Literarische Balladen bekannter Dichter ahmen diese Form nach, fügen ihr aber oft eine größere sprachliche oder thematische Komplexität hinzu. Coleridges „Die Ballade vom alten Seemann“ und Keats’ „Die schöne Dame sans Merci“ sind berühmte Beispiele für diesen literarischen Typus.
Die Balladenstrophe wechselt üblicherweise zwischen jambischen Tetrametern und Trimetern und folgt dem Reimschema abcb. Refrains und die stetige Wiederholung tragen dazu bei, dass sich die Geschichte im Gedächtnis einprägt – ein wesentliches Merkmal für die mündliche Überlieferung. Auch moderne Liedermacher greifen immer wieder auf die Balladentradition zurück, wenn sie eine prägnante Erzählform benötigen.
Eine Geschichte, die in liedhafte Strophen komprimiert und von Rhythmus und Refrain getragen wird, ist eine Ballade.
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