Durch Veredelung werden zwei Pflanzen so miteinander verbunden, dass sie zusammenwachsen. Der obere Teil, der Edelreis, liefert die Triebe und Früchte. Der untere Teil, die Unterlage, liefert Wurzeln und verleiht der Pflanze oft Krankheitsresistenz, Winterhärte oder Wachstumsregulierung.
Der Trick besteht darin, das Kambium, die dünne Schicht sich teilender Zellen direkt unter der Rinde, auszurichten und die beiden Teile so lange zusammenzuhalten, bis sie miteinander verwachsen. Landwirte wenden diese Technik seit Jahrtausenden an. Chinesische und griechische Autoren beschrieben sie lange bevor römische Agronomen die Methoden verfeinerten.
Gängige Techniken
- Peitschen- und Zungenschnitte: aufeinander abgestimmte diagonale Schnitte, die ineinandergreifen
- Spalt: ein in einen gespaltenen Stumpf eingeklemmter Edelreis
- Seite: Ein Edelreis, das seitlich in eine Unterlage eingesetzt wird.
- Knospenbildung: Eine einzelne Knospe schlüpfte unter die Rinde
Äpfel, Birnen, Kirschen, Rosen und Weinreben werden fast immer veredelt. Die Unterlage wird beispielsweise gewählt, um den Baum klein zu halten und so das Pflücken zu erleichtern, oder um ihn vor bodenbürtigen Schädlingen zu schützen, die den Edelreis an seinen eigenen Wurzeln abtöten würden.
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