Parametrisches Design nutzt Algorithmen, um Geometrien anhand definierter Parameter zu generieren. Anstatt eine Form zu zeichnen, formuliert der Designer Regeln: Die Höhe eines Turms hängt von der Anzahl der Stockwerke ab, die Dachkrümmung wird durch eine mathematische Gleichung bestimmt, das Fassadenmuster reagiert auf den Sonnenstand. Ändert man einen Parameter, aktualisiert sich die Geometrie.
Dieses Vorgehen ist gängig bei komplexen Projekten mit vielen Einflussfaktoren. So wird beispielsweise das Dach eines Stadions durch statische Lasten, Sichtachsen und Windverhältnisse bestimmt. Eine Fassade kann aus Tausenden von unterschiedlich großen Paneelen bestehen, um den Lichteinfall zu steuern. Die Regeln manuell zu erstellen, ist unpraktisch. Parametrische Werkzeuge automatisieren diesen Prozess.
Gängige Softwarelösungen sind beispielsweise Grasshopper (kompatibel mit Rhino) und Dynamo (kompatibel mit Revit). Mit diesen Werkzeugen können Designer visuelle Skripte erstellen und Knoten verbinden, um Beziehungen zu definieren. Das Ergebnis kann ästhetisch ansprechend, aber auch willkürlich sein. Ein parametrisches Design ist nur so gut wie die gewählten Parameter.
Kritiker argumentieren, dass parametrisches Design mitunter die Form über die Funktion stellt. Richtig eingesetzt, löst es Probleme, die sonst unlösbar wären. Falsch eingesetzt, entstehen Formen, deren Herstellung teuer und deren Zweck schwer zu rechtfertigen ist.
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