Apriorisches Wissen ist unabhängig von Erfahrung. Man weiß es, bevor man es erlebt. Es entspringt allein der Vernunft. Alle Junggesellen sind unverheiratet. Das ist per Definition wahr. Man muss Junggesellen nicht befragen. Die Wahrheit liegt in der Bedeutung der Worte. Zwei plus zwei ergibt vier. Das ist wahr, unabhängig von Beobachtungen.
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „von dem Ersteren“. Er steht im Gegensatz zu a-posteriori-Wissen, das auf Erfahrung beruht. A-priori-Wissen ist notwendig. Es kann nicht anders sein. Es ist universell. Es variiert weder von Person zu Person noch von Ort zu Ort. Mathematik und Logik sind die Grundlage des a-priori-Wissens. Sie basieren auf Definitionen und Regeln, nicht auf Beobachtungen.
Beispiele für Vorwissen
- Alle Junggesellen sind unverheiratet.
- Zwei plus zwei ergibt vier.
- Wenn A größer als B und B größer als C ist, dann ist A größer als C.
- Ein Quadrat hat vier Seiten.
- Nichts kann gleichzeitig wahr und falsch sein.
Apriorisches Wissen ist gewiss. Es bedarf keiner Überprüfung. Es lässt sich durch Erfahrung nicht widerlegen. Man findet niemals einen verheirateten Junggesellen. Man findet niemals ein Quadrat mit fünf Seiten. Die Wahrheiten sind in den Begriffen angelegt. Die Debatte dreht sich darum, ob sich apriorisches Wissen auf die Welt oder auf unsere Begriffe bezieht. Immanuel Kant argumentierte, dass manches apriorische Wissen synthetisch sei, das heißt, es sage uns etwas über die Welt. Andere argumentieren, dass apriorisches Wissen analytisch sei, per Definition wahr, aber nicht informativ über die Realität. Die Debatte dauert an. Doch der Begriff ist klar: Manches Wissen kommt vor der Erfahrung. Es ist das Wissen der Vernunft.
Comments
No comments yet. Be the first to share a thought.
Leave a comment