Das Kurzzeitgedächtnis speichert nur eine geringe Menge an Informationen für kurze Zeit im aktiven Bewusstsein – typischerweise Sekunden bis zu einer Minute, es sei denn, der Stoff wurde wiederholt. Die klassische Kapazitätsschätzung liegt bei sieben plus/minus zwei Einheiten, wobei die tatsächliche Grenze von der Art des Materials und davon abhängt, ob sich die Informationen in größere Einheiten gliedern lassen.
Informationen im Kurzzeitgedächtnis sind flüchtig. Eine kurze Ablenkung genügt oft, um sie zu löschen. Wiederholung – also das bloße Wiederholen von Wissen – hält den Lernstoff zwar präsent, trägt aber kaum dazu bei, ihn ins Langzeitgedächtnis zu übertragen. Elaborative Prozesse, die neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpfen, sind für die dauerhafte Speicherung weitaus effektiver.
Moderne Modelle ersetzen das ältere Konzept des Kurzzeitgedächtnisses häufig durch das Arbeitsgedächtnis, das die aktive Verarbeitung von Informationen anstelle der passiven Speicherung betont. Die grundlegende Beobachtung bleibt jedoch bestehen: Nur eine begrenzte Menge an Informationen kann gleichzeitig im Fokus der Aufmerksamkeit gehalten werden.
- Begrenzte Kapazität
- Kurze Dauer ohne Probe
- Anfällig für Störungen
- Tor zur Langzeitspeicherung
Beispiele aus dem Alltag sind etwa, sich eine Telefonnummer gerade so lange zu merken, um sie zu wählen, oder sich den Anfang eines Satzes zu merken, während man das Ende liest.
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