Ein Schauspieler trägt einen Anzug mit reflektierenden Markierungen. Kameras auf der Bühne erfassen diese Markierungen. Ein Computer zeichnet die Bewegungen des Schauspielers auf. Diese Bewegungen steuern eine digitale Figur. Das ist Motion Capture, eine Technologie, die Live-Performance in digitale Animation umwandelt. Sie kommt in Filmen wie Avatar, Der Herr der Ringe und Planet der Affen zum Einsatz. Auch in Videospielen wird sie verwendet, um realistische Charakteranimationen zu erzeugen.
Motion Capture gibt es in verschiedenen Formen. Optisches Motion Capture nutzt Kameras und reflektierende Marker. Inertiales Motion Capture verwendet Sensoren am Körper. Gesichtsbewegungserfassung zeichnet die Mimik des Schauspielers mit Kameras auf, die anschließend auf die digitale Figur übertragen wird. Performance Capture kombiniert Körper- und Gesichtsbewegungserfassung und ermöglicht es dem Schauspieler, die gesamte Figur darzustellen. Andy Serkis ist der bekannteste Performance-Capture-Schauspieler; er verkörperte Gollum, Caesar und King Kong. Seine Darbietungen sind nicht nur technisch, sondern auch kreativ. Die Technologie erfasst die Performance. Der Schauspieler erschafft sie.
Motion Capture ist kein Ersatz für Animation, sondern ein Werkzeug. Animatoren verfeinern weiterhin die Darstellung, indem sie Timing, Posen und Mimik anpassen. Die besten Motion-Capture-Performances entstehen in Zusammenarbeit zwischen Schauspieler und Animator. Die Technologie entwickelt sich stetig weiter. Echtzeit-Motion-Capture ermöglicht es dem Regisseur, die digitale Figur am Set in Interaktion mit den anderen Schauspielern zu sehen. Dadurch wirkt die Darstellung natürlicher und die Regie präziser. Motion Capture verändert die Art und Weise, wie Filme produziert werden.
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