Betritt man ein großes Hotel oder Bürogebäude, findet man sich oft in einem hohen, offenen Raum mit Glasdach und umlaufenden Balkonen wieder. Das ist ein Atrium – eine zentrale Halle, die Licht und Luft tief ins Innere des Gebäudes leitet. Die Römer erfanden diese Bauform für ihre Häuser, doch moderne Architekten haben sie aus einem anderen Grund wiederentdeckt: wegen des Tageslichts.
In einem tiefen Geschoss wirken Büros, die weit von Fenstern entfernt sind, wie Höhlen. Ein Atrium schafft Abhilfe, indem es einen vertikalen Schacht durch das Gebäude bildet, der Sonnenlicht in die unteren Etagen lässt und den Nutzern einen gemeinsamen Raum zum Sehen und Gesehenwerden bietet. Das Glasdach hält Regen ab und lässt gleichzeitig Licht herein.
Atrien dienen auch als soziale Treffpunkte. Menschen begegnen sich dort. Cafés und Sitzgelegenheiten gruppieren sich an ihren Rändern. Brandschutzbestimmungen behandeln sie mit besonderer Sorgfalt – Rauchabzug und Fluchtwege stellen große Herausforderungen für die Planung dar –, aber wenn ein Atrium gut gestaltet ist, wird es zum Herzstück eines Gebäudes.
Nicht jedes Atrium funktioniert. Die Größe ist entscheidend. Ist es zu klein, wirkt es wie ein Lichtschacht. Ist es zu groß, wird es zu einer leeren Leere.
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