Die primäre Sozialisation findet in der frühen Kindheit, in der Regel innerhalb der Familie, statt. Dabei erlernt ein Kind Sprache, grundlegende Werte und soziale Kompetenzen. Sie ist die intensivste und nachhaltigste Form der Sozialisation. Was früh gelernt wird, prägt sich tief ein und ist schwer zu verändern.
Die Familie ist der wichtigste Bezugspunkt. Eltern, Geschwister und Bezugspersonen vermitteln Normen, Gefühle und Erwartungen. Ein Kind lernt, ob die Welt sicher oder gefährlich ist, ob seine Bedürfnisse erfüllt werden und ob es Wertschätzung erfährt. Diese Erfahrungen prägen seine Persönlichkeit und seine psychische Gesundheit ein Leben lang.
Was wird gelernt
- Sprache und Kommunikation
- Grundlegende Hygiene und Selbstpflege
- Emotionsregulation
- Geschlechtererwartungen
- Vertrauen oder Misstrauen gegenüber anderen
Die primäre Sozialisation verläuft nicht einheitlich. Kinder in unterschiedlichen Familien und Kulturen lernen unterschiedliche Dinge. Ein Kind in einer kollektivistischen Gesellschaft lernt beispielsweise Kooperation, ein Kind in einer individualistischen Gesellschaft hingegen Unabhängigkeit. Beides sind Formen der primären Sozialisation, angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten.
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