Nach einem stark belastenden Ereignis reagiert ein Organismus auf einen schwachen Reiz, der zuvor kaum eine Reaktion hervorgerufen hatte, deutlich stärker. Sensibilisierung ist diese gesteigerte Reizbarkeit nach der Exposition gegenüber einem starken Reiz.
Es handelt sich um eine Form des nicht-assoziativen Lernens, die sich von der Habituation unterscheidet. Sensibilisierung kann kurz- oder langfristig auftreten und ist artenübergreifend zu beobachten. Beim Menschen äußert sie sich in der gesteigerten Schreckreaktion bei posttraumatischem Stress und in bestimmten chronischen Schmerzzuständen. Zelluläre Mechanismen umfassen Veränderungen der synaptischen Stärke und Erregbarkeit.
Sensibilisierung bereitet den Organismus auf potenzielle weitere Bedrohungen vor. Hält sie über das Vorliegen einer Gefahr hinaus an, wird sie unzweckmäßig. Das Verständnis von Sensibilisierung trägt zum Verständnis von Hypervigilanz und der Generalisierung von Angst bei. Es zeigt, dass Erfahrungen neuronale Reaktionen sowohl verstärken als auch abschwächen können.
- Erhöhte Reaktion nach signifikanter Stimulation
- Nicht-assoziative Lernform
- Kann bei längerer Dauer adaptiv oder pathologisch sein.
- Relevant für Trauma und chronische Schmerzen
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