Die Repräsentativitätsheuristik ist die Tendenz, die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses danach zu beurteilen, wie genau es einem Prototyp oder Stereotyp entspricht, anstatt nach Basisraten oder anderen statistischen Informationen.
Wird eine ruhige, ordentliche Person beschrieben, die Gedichte mag, schätzen viele Menschen die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Bibliothekarin oder einen Bibliothekar handelt, höher ein als die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Verkäuferin oder einen Verkäufer handelt – obwohl Verkäuferinnen und Verkäufer deutlich häufiger vorkommen als Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Die Beschreibung entspricht dem typischen Bibliothekarbild besser, daher überwiegt die Repräsentativität die Information über die tatsächliche Häufigkeit. Diese Faustregel ist effizient und oft zutreffend, führt aber zu systematischen Fehlern, wenn Stereotype stark ausgeprägt sind und die tatsächliche Häufigkeit unberücksichtigt bleibt.
Kahneman und Tversky identifizierten diese Verzerrung in einer Reihe klassischer Studien. Sie trägt zu Konjunktionsfehlern, Fehleinschätzungen von Zufall und der Vernachlässigung der Regression zum Mittelwert bei. Das Bewusstsein für diese Heuristik kann das Urteilsvermögen verbessern, doch die Anziehungskraft des Prototyps bleibt selbst bei statistisch versierten Personen stark.
Wenn die Ähnlichkeit mit einem mentalen Bild die tatsächliche Häufigkeit überwiegt, greift die Repräsentativitätsheuristik.
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