Beobachtungslernen ist Lernen, das durch das Beobachten anderer erfolgt. Der Beobachter erwirbt neue Verhaltensweisen, Informationen oder Regeln ohne direkte Verstärkung seiner eigenen Handlungen.
Albert Banduras soziale Lerntheorie stellte das Beobachtungslernen in den Mittelpunkt der menschlichen Entwicklung. Kinder erlernen Aggression, Kooperation, Sprachmuster und soziale Normen, indem sie Vorbilder beobachten, sich an das Gesehene erinnern, das Verhalten nachahmen können und dazu motiviert sind. Besonders einflussreich sind Vorbilder, die ihnen ähnlich sind, einen hohen Status haben oder belohnt werden. Medienfiguren, Eltern, Lehrer und Gleichaltrige dienen als Vorbilder.
Beobachtungslernen kann sowohl prosoziale als auch antisoziale Folgen haben. Es ermöglicht die schnelle Weitergabe von Fähigkeiten innerhalb einer Gruppe, ohne dass jedes Mitglied die Lösung durch Ausprobieren selbst herausfinden muss. Spiegelneuronensysteme könnten einen Teil der neuronalen Grundlage für die Fähigkeit bilden, beobachtete Handlungen dem eigenen motorischen Repertoire zuzuordnen.
Vieles von dem, was Menschen können, haben sie zuerst beobachtet, anstatt es selbst erlebt zu haben.
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