Im Jahr 2002 wurden Sherron Watkins, Cynthia Cooper und Coleen Rowley vom Time Magazine zu den Personen des Jahres gekürt. Sie hatten Betrug bei Enron, WorldCom und dem FBI aufgedeckt. Sie waren Whistleblowerinnen. Ein Whistleblower ist jemand, der illegale oder unethische Aktivitäten innerhalb einer Organisation den Behörden oder der Öffentlichkeit meldet. Das ist riskant. Vergeltungsmaßnahmen sind häufig. Whistleblower wurden entlassen, degradiert, auf eine schwarze Liste gesetzt und in einigen Ländern sogar verhaftet.
Gesetze schützen sie ungleichmäßig. Der US-amerikanische Whistleblower Protection Act gilt für Bundesangestellte. Der Dodd-Frank Act belohnt Finanz-Whistleblower mit einem Anteil der zurückerlangten Gelder. Die EU verabschiedete 2019 eine Richtlinie, die sichere Meldewege vorschreibt. Doch Schutz ist nur so gut wie dessen Durchsetzung. Viele Whistleblower verlieren trotz gewonnener Prozesse ihre Karriere.
Berühmte Fälle
- Daniel Ellsberg: Pentagon-Papiere, 1971.
- Jeffrey Wigand: Tabakindustrie, 1996.
- Edward Snowden: NSA-Überwachung, 2013.
- Frances Haugen: Facebook-Dateien, 2021.
Whistleblower sind nicht immer Helden. Manche geben Informationen preis, um sich zu rächen oder Profit daraus zu schlagen. Diese Unterscheidung ist wichtig. Doch ohne sie blieben viele Missstände unentdeckt. Der Preis, den sie zahlen, ist hoch.
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