Diktion bezeichnet die Wahl und den Gebrauch von Wörtern in Rede und Schrift. Sie umfasst den Wortschatz, den Grad der Formalität, die Konkretheit oder Abstraktion sowie die Gesamtstruktur der Sprache.
Die Wortwahl eines Autors kann formell oder umgangssprachlich, fachlich oder einfach, lateinisch oder angelsächsisch, abstrakt oder sinnlich sein. Derselbe Gedanke lässt sich mit völlig unterschiedlicher Diktion ausdrücken, und jede Version erzeugt eine andere Wirkung beim Leser. Eine konsistente Wortwahl trägt zur Etablierung von Ton und Ausdruck bei; plötzliche, unerklärliche Wechsel können irritierend wirken. In Lyrik und literarischer Prosa ist die Wortwahl eines der wichtigsten Mittel, um Bedeutung und Stimmung zu erzeugen.
Die Analyse der Wortwahl untersucht einzelne Wörter und Muster innerhalb eines Textes oder Werkes. Warum dieses Synonym und nicht ein anderes? Warum hier ein konkretes Bild und dort eine Abstraktion? Die Antworten offenbaren die Haltung des Autors zum Thema und zum Publikum. Eine gelungene Wortwahl erscheint im Nachhinein selbstverständlich, obwohl sie das Ergebnis bewusster Entscheidung ist.
Die konkreten Wörter, die ein Autor auswählt, und die Muster, die sich aus dieser Wortwahl ergeben, bilden die Diktion.
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