1972 kombinierten Paul Berg und seine Kollegen in Stanford die DNA eines Affenvirus mit der DNA eines Bakteriums. Es war das erste rekombinante DNA-Molekül. Diese Leistung markierte den Beginn des Zeitalters der Gentechnik. 1973 schleusten Stanley Cohen und Herbert Boyer ein rekombinantes Plasmid in E. coli ein und wiesen dessen Replikation nach. Die Werkzeuge der Molekularbiologie waren nun vorhanden.
Rekombinante DNA entsteht durch die Verbindung von DNA unterschiedlicher Herkunft. Restriktionsenzyme schneiden die DNA an spezifischen Sequenzen. Ligasen verbinden die Fragmente. Das so entstandene Molekül kann in eine Wirtszelle eingeschleust werden, wo es sich vermehrt und die darin enthaltenen Gene exprimiert. Diese Technik bildet die Grundlage für das Klonen von Genen, die Proteinproduktion und die Gentherapie.
Rekombinante DNA hat Medizin und Landwirtschaft revolutioniert. Menschliches Insulin, hergestellt von rekombinanten Bakterien, ersetzte Insulin aus Schweine- und Rinderpankreas. Wachstumshormone, Gerinnungsfaktoren und Impfstoffe werden auf dieselbe Weise produziert. Gentechnisch veränderte Pflanzen tragen rekombinante Gene für Schädlingsresistenz und Herbizidtoleranz. Gentherapien nutzen rekombinante DNA oder RNA, um genetische Defekte zu korrigieren.
Die Technologie gab von Anfang an Anlass zur Sorge. Die Asilomar-Konferenz von 1975 legte Richtlinien für den sicheren Umgang mit rekombinanten Organismen fest. Diese Richtlinien entwickelten sich zu den heutigen Biosicherheitsvorschriften für Labore. Der wissenschaftliche Fortschritt war darauf zurückzuführen, dass die Sicherheitsfragen ernst genommen wurden.
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