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🔙 Abruf

Der Prozess des Zugriffs auf gespeicherte Informationen.

Abruf

Der Abruf ist der Prozess, bei dem auf im Gedächtnis gespeicherte Informationen zugegriffen und diese bewusst gemacht oder genutzt werden. Die Kodierung speichert Informationen; der Abruf ruft sie wieder ab. Der Erfolg hängt von der Qualität der ursprünglichen Kodierung, dem Vorhandensein geeigneter Hinweise und dem Fehlen starker Störungen ab.

Der Abruf kann automatisch erfolgen, etwa wenn ein bekanntes Gesicht sofort einen Namen auslöst, oder bewusst, wenn man nach einem Wort sucht, das einem auf der Zunge liegt. Kontext und Situation können dabei als starke Hinweise dienen: Die Rückkehr in den Raum, in dem der Lernstoff behandelt wurde, verbessert oft die Erinnerung. Das Prinzip der Enkodierungsspezifität besagt, dass der Abruf am effektivsten ist, wenn die beim Abruf vorhandenen Hinweise mit denen der Enkodierung übereinstimmen.

Abruffehler sind häufig und bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Information verloren gegangen ist. Sie kann lediglich vorübergehend nicht zugänglich sein. Wiederholter erfolgreicher Abruf stärkt die Gedächtnisspur – ein Phänomen, das beim Testen als Lernstrategie genutzt wird.

Das alltägliche „Vergessen“ lässt sich meist besser als Versagen des Abrufs denn als dauerhafte Löschung beschreiben.

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