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🔄 Chiasmus

Ein rhetorisches Mittel, bei dem zwei oder mehr Satzteile durch die Umkehrung ihrer Struktur gegeneinander ausbalanciert werden.

Chiasmus

Der Chiasmus ist eine rhetorische Figur, bei der zwei oder mehr Satzteile durch die Umkehrung ihrer Satzstruktur einander gegenübergestellt werden. Die Satzteile kreuzen sich wie der Buchstabe X.

„Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst“ ist ein bekanntes modernes Beispiel. Die zweite Hälfte kehrt die grammatikalische Reihenfolge der ersten um und erzeugt so eine einprägsame Symmetrie. Klassische und biblische Autoren nutzten den Chiasmus häufig; er findet sich in Poesie, Rhetorik und Prosa immer dann, wenn ein Autor einem Gedanken Vollständigkeit oder Unausweichlichkeit verleihen möchte.

Der Chiasmus unterscheidet sich von der einfachen Antithese durch die spezifische Technik der Umkehrung. Die Kreuzung der Begriffe kann einen Kontrast hervorheben, ein Paradoxon verstärken oder einfach durch ihre wiederkehrende Struktur dem Ohr gefallen. Wirkt die Umkehrung erzwungen, ist die Figur lediglich raffiniert; entsteht sie hingegen natürlich aus dem Gedanken, erscheint sie elegant und wahrhaftig.

Ein Satz, der durch Umkehrung seiner eigenen Struktur zu sich selbst zurückkehrt, ist ein Chiasmus.

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