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🦵 Kinästhesie

Das System zur Erfassung von Körperposition und -bewegung.

Kinästhesie

Kinästhesie ist die Wahrnehmung der Position und Bewegung der Körperteile. Rezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken melden kontinuierlich die Winkel der Gliedmaßen und die auf sie wirkenden Kräfte.

Ohne Kinästhesie wären koordinierte Bewegungen nahezu unmöglich. Das System ermöglicht es, mit geschlossenen Augen die Nase zu berühren, zu gehen, ohne auf die Füße zu schauen, und die Greifkraft an das Gewicht eines Objekts anzupassen. Es arbeitet eng mit dem Gleichgewichtssinn zusammen, der Kopfposition und -bewegung meldet, und mit dem Sehsinn, der die räumliche Orientierung im Raum liefert. Wird die kinästhetische Rückmeldung gestört – etwa durch Narkose, bestimmte neurologische Erkrankungen oder vorübergehende experimentelle Eingriffe –, werden die Bewegungen ungeschickt und unkoordiniert.

Kinästhesie funktioniert weitgehend unbewusst, bis die Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird oder etwas schiefgeht. Sportler, Tänzer und Musiker entwickeln eine ausgeprägte kinästhetische Sensibilität, die eine präzise Steuerung ermöglicht. Dieselben Rezeptoren tragen zum Anstrengungsempfinden und zur Wahrnehmung passiver, durch äußere Kräfte hervorgerufener Bewegungen bei.

Jede gekonnte Bewegung beruht auf einem kontinuierlichen Strom kinästhetischer Informationen, der die meiste Zeit unbemerkt bleibt.

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