Manche Medikamente schmecken scheußlich. Manche reizen den Magen. Manche müssen langsam über Stunden freigesetzt werden. Eine Kapsel löst alle drei Probleme. Sie besteht aus einer Hülle, meist aus Gelatine oder Zellulose, die eine abgemessene Dosis Pulver, Granulat oder Flüssigkeit enthält. Man schluckt sie, die Hülle löst sich auf und gibt den Inhalt zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort frei.
Hartkapseln sind in Standardgrößen von 000 bis 5 erhältlich und mit Pulver oder kleinen Pellets gefüllt. Die Pellets können beschichtet sein, um den Wirkstoff unterschiedlich schnell freizusetzen. So kann eine einzelne Kapsel sowohl eine sofortige als auch eine verzögerte Freisetzung ermöglichen. Weichkapseln enthalten Flüssigkeiten oder Suspensionen, häufig Öle oder gelöste Wirkstoffe. Sie sind einteilig versiegelt, während Hartkapseln aus zwei Hälften bestehen, die zusammenpassen. Vegetarische Kapseln verwenden pflanzliche Zellulose anstelle von Gelatine, was für manche Patienten und Kulturen relevant ist.
Warum eine Kapsel statt einer Tablette?
- Geschmacksmaskierung. Die Hülle verbirgt bittere oder unangenehme Drogen.
- Freisetzungskontrolle. Pellets und Beschichtungen können die Freisetzung zeitlich steuern.
- Flexibilität. Unterschiedliche Füllgewichte lassen sich leichter anpassen.
- Pulververabreichung. Manche Medikamente lassen sich nicht zu einer stabilen Tablette verpressen.
Die Kapseln sollten vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden. In einem feuchten Badezimmer können sie klebrig oder weich werden.
Comments
No comments yet. Be the first to share a thought.
Leave a comment