Feldforschung ist direkte Forschung im natürlichen Umfeld der untersuchten Bevölkerungsgruppen. Sie ist die zentrale Methode der Kulturanthropologie und ein wichtiger Schritt für jeden Doktoranden in diesem Bereich. Man packt seinen Koffer, lernt eine Sprache, zieht in eine Gemeinschaft und bleibt so lange, bis man nicht mehr als Gast behandelt wird. Dann erst beginnt das eigentliche Lernen.
Feldforschung ist unübersichtlich. Pläne scheitern. Informanten ändern ihre Meinung. Die mitgebrachten Fragen erweisen sich möglicherweise als ungeeignet. Anthropologen beschreiben oft eine Phase des Kulturschocks, gefolgt von einer allmählichen Anpassung. Die gesammelten Daten umfassen nicht nur Interviews und Beobachtungen, sondern auch die Beschaffenheit des Alltags: Wer streitet mit wem, worüber gescherzt wird, wie Entscheidungen tatsächlich getroffen werden.
Was es verlangt
- Sprachenlernen und Geduld.
- Ethischer Umgang mit den Menschen, die Sie beherbergen.
- Systematisches Notieren und Aufzeichnen.
- Reflexion über die eigene Präsenz und die eigenen Vorurteile.
Feldforschung verändert den Forscher ebenso sehr, wie sie Erkenntnisse hervorbringt. Das ist Teil ihrer Stärke und zugleich ihrer Schwierigkeit.
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