Indirekte Charakterisierung enthüllt die Persönlichkeit einer Figur durch Handlungen, Worte, Gedanken und ihr Aussehen. Der Autor sagt nicht direkt, dass die Figur freundlich ist. Er zeigt, wie die Figur einem Fremden hilft. Die Freundlichkeit erschließt sich dem Leser. Diese Methode ist subtiler und fesselnder als direkte Aussagen.
Das Akronym STEAL hilft: Sprache, Gedanken, Wirkung auf andere, Handlungen, Aussehen. Was sagt die Figur? Was denkt sie? Wie reagieren andere auf sie? Was tut sie? Wie sieht sie aus? Jedes Detail trägt zum Gesamtbild bei. Eine Figur, die einen Kellner anblafft, unterscheidet sich von einer, die sich bedankt. Der Leser erschließt sich den Charakter anhand von Indizien.
STEAL-Methode
- Sprache: Was die Figur sagt und wie sie es sagt.
- Gedanken: Was die Figur denkt und fühlt.
- Auswirkungen auf andere: Wie andere Charaktere reagieren.
- Aktionen: Was die Figur tut.
- Aussehen: das Erscheinungsbild und das Verhalten der Figur.
Indirekte Charakterisierung erfordert vom Leser zwar mehr Arbeit, ist aber lohnender. Der Leser fühlt sich klug, weil er den Charakter durchschaut hat. Der Charakter wirkt real, da der Leser ihn anhand von Indizien erschlossen hat. Direkte Charakterisierung ist schneller. Indirekte ist gehaltvoller. Die meisten erfahrenen Autoren nutzen beides. Sie nennen vielleicht eine Eigenschaft direkt und enthüllen andere indirekt. Das richtige Maß hängt vom Erzähltempo und der Bedeutung des Charakters ab. Eine Nebenfigur erhält möglicherweise eine direkte Bezeichnung. Ein Protagonist wird hingegen umfassend und detailliert beschrieben. Der Leser begleitet den Charakter über Hunderte von Seiten. Der Charakter sollte sich wie eine Person anfühlen, nicht wie eine bloße Beschreibung.
Comments
No comments yet. Be the first to share a thought.
Leave a comment