Typografie ist mehr als nur die Wahl einer schönen Schriftart. Es ist die Kunst, Schrift so anzuordnen, dass geschriebene Sprache lesbar und ansprechend ist. Zeilenlänge. Zeilenabstand. Schriftgröße. Hierarchie. Ausrichtung. Farbe. All das zählt.
Das Feld hat tiefe Wurzeln. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern revolutionierte im Europa des 15. Jahrhunderts alles. Vor Gutenberg wurden Bücher von Hand kopiert, jedes ein Unikat. Danach konnten Lettern gesetzt, gedruckt und wiederverwendet werden. Die Regeln, die in diesen frühen Druckereien entstanden, leiten Designer noch heute. Eine gut gesetzte Seite aus dem Jahr 1560 kann erstaunlich modern wirken.
Elemente des typografischen Handwerks
- Maß: die Länge einer Textzeile
- Zeilenabstand: vertikaler Abstand zwischen den Zeilen
- Hierarchie: Größen- und Gewichtsunterschiede, die das Auge leiten
- Ausrichtung: wie der Text auf der Seite angeordnet ist
- Kontrast: Kombination unterschiedlicher Stile zur Hervorhebung
Schlechte Typografie ist auf die schlimmste Art unsichtbar. Leser bemerken sie nicht. Sie fühlen sich einfach nur ermüdet. Gute Typografie ist ebenfalls unsichtbar, aber im besten Sinne. Sie verschmilzt mit dem Lesefluss. Der Text fließt. Das Auge folgt automatisch. Niemand denkt an die Schriftart. Das ist das Ziel. Typografie ist dann gelungen, wenn sie nicht stört.
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