Die Grundlinie ist die unsichtbare Linie, auf der die Buchstaben stehen. Die meisten Buchstaben ruhen auf ihr. Unterlängen wie g, j, p, q und y liegen unterhalb der Grundlinie. Oberlängen wie b, d, h, k und l ragen über die x-Höhe hinaus. Die Grundlinie verankert den Text. Ohne sie würden die Buchstaben auf unterschiedlichen Höhen schweben. Das Auge hätte Schwierigkeiten beim Lesen. Typografie basiert auf dieser unsichtbaren Linie.
Die Grundlinienausrichtung sorgt für eine stimmige horizontale Anordnung von Texten über Spalten, Bildunterschriften oder Benutzeroberflächenelemente hinweg. Stehen zwei Textblöcke nebeneinander, erzeugt die Ausrichtung ihrer Grundlinien eine klare horizontale Beziehung. Das Auge liest den Text ohne Sprünge. Falsch ausgerichtete Grundlinien wirken unordentlich, selbst wenn der Betrachter den Grund nicht benennen kann. Im mehrsprachigen Design spielen Grundlinien eine noch größere Rolle. Verschiedene Schriftsysteme haben unterschiedliche Grundlinienkonventionen. Latein, Arabisch, Devanagari und Chinesisch werden jeweils unterschiedlich zur Grundlinie ausgerichtet. Das Mischen verschiedener Schriftsysteme in einer Zeile erfordert sorgfältige Anpassungen. Der Designer passt Position, Größe und Abstand an, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzielen. Grundlinienraster erweitern dieses Konzept auf ganze Layouts. Jedes Textelement rastet am selben zugrunde liegenden Raster ein. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger vertikaler Rhythmus. Der Leser nimmt das Raster möglicherweise nicht bewusst wahr, spürt aber die Ordnung. Fehlt es, wirkt das Layout unstrukturiert und unprofessionell. Die Grundlinie ist unsichtbar. Ihre Wirkung ist jedoch deutlich spürbar.
Grundkonzepte
- Grundlinie – die Linie, auf der die Zeichen sitzen
- X-Höhe – die Höhe der Kleinbuchstaben
- Oberkante – der Teil oberhalb der x-Höhe
- Absteiger – der Teil unterhalb der Grundlinie
- Grundraster – ein Rahmen für den vertikalen Rhythmus
Die Basislinie ist die Grundlage für lesbaren Text. Alles andere wird daran gemessen.
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