Die Kernfusion ist die Energiequelle der Sterne. Dabei verschmelzen leichte Atomkerne zu schwereren, wodurch Energie freigesetzt wird. Im Sonnenkern fusionieren Wasserstoffkerne zu Helium, und der winzige Massenunterschied wird gemäß Einsteins Gleichung E = mc² in Energie umgewandelt. Diese Energie benötigt Zehntausende von Jahren, um die Oberfläche zu erreichen, und dann acht Minuten, um die Erde zu erreichen.
Für die Kernfusion sind extreme Bedingungen erforderlich. Die positiv geladenen Atomkerne stoßen sich ab, daher müssen sie sich schnell genug bewegen, um diese Abstoßung zu überwinden. In der Sonne sorgt die Schwerkraft für den nötigen Druck und die Temperatur von etwa 15 Millionen Kelvin. Auf der Erde nutzen Wissenschaftler Magnetschwebetechnik oder Laser, um diese Bedingungen nachzubilden, doch die Herausforderungen sind enorm.
Die Kernfusion birgt ein enormes Potenzial als Energiequelle. Ihr Brennstoff ist reichlich vorhanden, ihre Abfälle sind im Vergleich zur Kernspaltung kurzlebig, und sie erzeugt keine Treibhausgase. Das Problem ist, dass bisher noch niemand einen Fusionsreaktor gebaut hat, der mehr Energie erzeugt als er verbraucht. Die National Ignition Facility (NIF) erzielte 2022 einen Nettoenergiegewinn – ein Meilenstein –, doch bis zur kommerziellen Nutzung der Kernfusion sind es noch Jahrzehnte.
Derselbe Prozess, der die Sterne zum Leuchten bringt, könnte eines Tages auch unsere Städte erleuchten.
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