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👀 Netzhautdisparität

Ein binokularer Hinweisreiz zur Tiefenwahrnehmung durch Vergleich der Bilder beider Augen.

Netzhautdisparität

Die retinale Disparität ist der geringfügige Unterschied zwischen den Bildern, die auf die beiden Netzhäute projiziert werden. Da die Augen horizontal getrennt sind, erhält jedes Auge eine etwas andere Ansicht der Welt; das visuelle System nutzt diesen Unterschied als binokularen Hinweisreiz für die Tiefenwahrnehmung.

Nahe Objekte erzeugen größere Disparitäten als entfernte. Neuronen im visuellen Cortex sind auf spezifische Disparitäten abgestimmt und signalisieren die entsprechenden Tiefen. Dieser Hinweis ist besonders präzise im Nahbereich von wenigen Metern und verliert mit zunehmender Entfernung an Aussagekraft, da hier monokulare Hinweise die Oberhand gewinnen. Stereoskope, 3D-Filme und Virtual-Reality-Displays nutzen die Disparität der Netzhaut, indem sie jedem Auge leicht unterschiedliche Bilder präsentieren.

Menschen, denen von klein auf das binokulare Sehen fehlt, entwickeln oft nur eine geringe räumliche Sehschärfe und verlassen sich stärker auf monokulare Informationen. Eine vorübergehende Störung der räumlichen Disparität, wie sie beispielsweise durch bestimmte optische Geräte verursacht wird, kann die Tiefenwahrnehmung beeinträchtigen. Die Disparität der Netzhaut bildet die geometrische Grundlage der stereoskopischen Tiefenwahrnehmung.

Die geringfügige Diskrepanz zwischen den Blickwinkeln beider Augen ermöglicht es dem Gehirn, präzise Nahtiefen zu berechnen.

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