Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Die Goldene Regel findet sich in nahezu jeder religiösen und ethischen Tradition. Konfuzius sagte es in den Analekten: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu. Hillel sagte es zu einem Konvertiten: Was dir selbst verhasst ist, das füge auch keinem anderen zu. Jesus sagte es in der Bergpredigt: Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Die Regel ist einfach, einprägsam und weit verbreitet.
Philosophen haben auf Probleme hingewiesen. Was, wenn man es genießt, anders behandelt zu werden als andere? Ein Masochist würde keine sanfte Behandlung wollen. Die Regel setzt voraus, dass andere das wollen, was man selbst will, was nicht immer zutrifft. Eine Antwort darauf ist die Platinregel: Behandle andere so, wie sie selbst behandelt werden möchten. Das respektiert Unterschiede, wirft aber neue Fragen auf, wie man die Wünsche anderer erkennen kann. Die Goldene Regel findet sich auch in der Kantischen Ethik, in der Forderung, die Menschheit als Zweck an sich zu behandeln, und im Utilitarismus, in der Forderung, das Glück aller gleichermaßen zu berücksichtigen. Sie ist keine vollständige Ethiktheorie, aber ein vielversprechender Ausgangspunkt.
Versionen der Regel
- Positiv. Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest.
- Negativ. Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.
- Platinum. Behandle andere so, wie sie behandelt werden möchten.
- Kantian. Behandle die Menschheit als Zweck an sich, niemals bloß als Mittel zum Zweck.
Die goldene Regel ist keine Formel. Sie ist eine Erinnerung daran, dass andere Menschen genauso wichtig sind wie man selbst.
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