Jährlich sterben Tausende von Patienten, die auf eine Organtransplantation warten. Die Gewebezüchtung zielt darauf ab, diese Zahl zu reduzieren, indem Ersatzgewebe im Labor gezüchtet wird. Dabei werden Zellen, Gerüststrukturen und Signalmoleküle kombiniert, um biologische Ersatzstoffe zu schaffen, die geschädigtes Gewebe wiederherstellen oder ersetzen. Haut, Knorpel, Knochen und Blutgefäße werden bereits künstlich hergestellt. Komplexere Organe wie Herz und Nieren befinden sich noch im experimentellen Stadium.
Das Verfahren besteht aus drei Komponenten. Zellen liefern die biologische Funktion. Dabei kann es sich um patienteneigene Zellen, Spenderzellen oder Stammzellen handeln. Gerüste bilden die Struktur. Sie bestehen aus natürlichen oder synthetischen Materialien und müssen biokompatibel und biologisch abbaubar sein. Signale, wie Wachstumsfaktoren, steuern die Zellen zur Bildung des gewünschten Gewebes. Die Komponenten werden in einem Bioreaktor kombiniert, der die optimalen Bedingungen für das Gewebewachstum schafft.
Die Gewebezüchtung hat bereits klinische Produkte hervorgebracht. Künstliche Haut wird zur Behandlung von Verbrennungen und chronischen Wunden eingesetzt. Künstlicher Knorpel dient der Reparatur von Knieverletzungen. Künstliche Blutgefäße werden für den Dialysezugang verwendet. Künstliche Blasen wurden Patienten implantiert. Das Gebiet entwickelt sich stetig weiter.
Die Herausforderungen sind beträchtlich. Gewebe zu züchten, das wie das ursprüngliche funktioniert, ist schwierig. Blutgefäße müssen so konstruiert werden, dass sie Nährstoffe liefern. Das Immunsystem darf das Implantat nicht abstoßen. Und die Kosten müssen erschwinglich sein. Tissue Engineering ist zwar noch nicht Routine, aber ein vielversprechender Ansatz für ein zunehmendes Problem.
Comments (2)
Leave a comment