Ein Bauplan ist eine detaillierte technische Zeichnung, die als Bauanleitung dient. Der Name stammt von einem Druckverfahren aus dem 19. Jahrhundert, bei dem weiße Linien auf blauem Papier gedruckt wurden. Heute sind die Zeichnungen digital, aber der Begriff hat sich gehalten. Ein Bauplan zeigt Grundriss, Ansicht, Schnitt und Details eines Gebäudes. Er enthält Maße, Anmerkungen, Symbole und Spezifikationen. Er ist die Bauanleitung. In der Küche ist der Bauplan das Rezept. Er listet die Zutaten, die Mengen, die einzelnen Schritte und die Garzeiten auf. Er ist der Plan. Der Koch ist der Baumeister.
Baupläne sind nach Fachbereichen geordnet. Architekturzeichnungen zeigen Grundriss, Oberflächen und Türen und Fenster. Statikpläne zeigen Tragwerk und Fundamente. Haustechnikpläne zeigen Heizung, Lüftung, Klimaanlage, Sanitär und Elektrik. Jedes Blatt hat eine Nummer und einen Schriftkopf. Der Satz wird als Paket gebunden oder geplottet. Bauunternehmer erstellen Angebote, bauen nach diesen Plänen und werden bezahlt. Ein Rezept ist einfacher, folgt aber demselben Prinzip. Zutaten sind die Materialien. Schritte sind die Reihenfolge. Ausbeute ist die Menge.
Baupläne sind rechtsverbindliche Dokumente. Sie sind Bestandteil des Vertrags zwischen Bauherr und Bauunternehmer. Änderungen müssen dokumentiert und genehmigt werden. Bestandspläne zeigen den tatsächlichen Bauzustand. Ein Rezept ist zwar kein rechtsverbindliches Dokument, aber dennoch eine Art Vertrag. Befolgt man es, erhält man das Gericht. Weicht man davon ab, erhält man etwas anderes. Manchmal besser, manchmal schlechter. Der Bauplan ist die Planung. Das Ergebnis ist das Gebäude. Oder das Gericht.
Comments
No comments yet. Be the first to share a thought.
Leave a comment