Die Befreiungstheologie ist eine Bewegung, die soziale Gerechtigkeit und die Armen in den Mittelpunkt stellt. Sie entstand in den 1960er und 1970er Jahren in Lateinamerika. Sie war eine Antwort auf Armut und Unterdrückung, auf Ungerechtigkeit, auf Diktatur, auf Ungleichheit, auf Leid, auf den Schrei der Armen, auf das Evangelium, auf die Kirche, auf die Welt, auf Gott und auf das Streben nach Befreiung.
Die Befreiungstheologie wurde von Gustavo Gutiérrez begründet. Er verfasste 1971 sein Werk „Eine Theologie der Befreiung“. Darin argumentierte er, dass die Kirche den Armen Vorrang einräumen müsse. Theologie müsse aus der Perspektive der Armen betrieben werden. Das Evangelium verkündige Befreiung: Befreiung von der Sünde, von der Armut, von Unterdrückung, von Ungerechtigkeit, vom Tod, von Leben, von Freiheit, von Liebe, von Frieden, von Gerechtigkeit und von Gott. Es ist Befreiungstheologie.
Themen der Befreiungstheologie
- Option für die Armen: Gott bevorzugt die Ausgegrenzten.
- Soziale Gerechtigkeit: Das Evangelium fordert Gerechtigkeit.
- Strukturelle Sünde: Systeme unterdrücken Menschen.
- Praxis: Theologie ist Reflexion über das Handeln.
- Basisgemeinschaften: kleine Gruppen für Bibelstudium und gemeinsames Handeln.
- Befreiung: Gott befreit die Unterdrückten.
Die Befreiungstheologie ist umstritten. Konservative kritisieren sie. Sie bezeichnen sie als marxistisch, als Politisierung des Evangeliums, als Ersatz der Erlösung durch soziales Handeln und als Ketzerei. Liberale verteidigen sie. Sie sagen, sie sei biblisch, prophetisch, das Evangelium selbst, die Mission der Kirche, der Schrei der Armen, die Stimme der Unterdrückten, das Werk Gottes – kurzum, Befreiungstheologie. Die Debatte geht weiter. Es ist die Debatte zwischen Orthodoxie und Orthopraxie, zwischen Glaube und Werken, zwischen Himmel und Erde, zwischen Seele und Leib, zwischen Kirche und Welt, zwischen Gott und den Armen. Es ist die Debatte schlechthin. Es ist Befreiungstheologie.
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