Ein Laster ist ein moralischer Fehler oder eine schlechte Angewohnheit. Es ist das Gegenteil von Tugend. Aristoteles betrachtete das Laster als eine Charaktereigenschaft, die zu schlechten Taten führt. Es ist nicht nur eine einzelne falsche Handlung, sondern eine Disposition, eine Neigung, auf bestimmte Weise zu handeln. Feigheit, Gier und Grausamkeit sind Laster. Sie werden, wie Tugenden, durch Gewohnheit erworben. Aristoteles argumentierte, dass Tugend die Mitte zwischen zwei Extremen darstellt, während das Laster deren Übermaß oder Mangel ist. Mut ist die Mitte zwischen Feigheit und Tollkühnheit, Großzügigkeit die Mitte zwischen Geiz und Verschwendungssucht. Laster ist nicht dasselbe wie Sünde, obwohl es Überschneidungen gibt. Sünde ist ein theologischer Begriff, Laster ein ethischer.
Philosophen haben Laster auf unterschiedliche Weise klassifiziert. Die sieben Todsünden – Hochmut, Gier, Wollust, Neid, Völlerei, Zorn und Trägheit – sind eine christliche Definition. Die buddhistische Tradition kennt die drei Geistesgifte: Gier, Hass und Verblendung. Die moderne Psychologie untersucht Laster als Charakterschwächen oder Persönlichkeitsstörungen. Laster sind nicht nur eine individuelle Angelegenheit. Gesellschaftliche Strukturen können Laster begünstigen. Eine Kultur der Gier kann gierige Menschen hervorbringen. Eine Kultur der Gewalt kann gewalttätige Menschen hervorbringen. Die Tugendethik fragt, wie wir einen guten Charakter entwickeln und Laster vermeiden können. Es ist eine Frage der Erziehung, der Gewohnheiten und des sozialen Umfelds.
Beispiele für Laster
- Feigheit. Übermäßige Angst, mangelndes Selbstvertrauen.
- Gier. Übermäßiges Verlangen nach Reichtum.
- Grausamkeit. Freude am Zufügen von Schmerzen.
- Sloth. Gewohnheitsmäßige Faulheit oder Vernachlässigung der Pflicht.
Laster ist nicht dasselbe wie Schwäche. Schwäche ist ein Mangel an Kraft. Laster ist eine gefestigte Neigung zum Fehlverhalten.
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