Kein einzelnes Teleskop kann den Schatten eines Schwarzen Lochs auflösen. Das Event Horizon Telescope (EHT) schaffte dies, indem es Radioteleskope weltweit zu einem virtuellen Teleskop von der Größe der Erde verband. Diese Technik nennt sich Interferometrie. Sie verbindet mehrere Teleskope und kombiniert deren Signale, um die Auflösung eines viel größeren Instruments zu erreichen.
Das Prinzip beruht auf Welleninterferenz. Wenn zwei Teleskope dieselbe Lichtquelle beobachten, treffen die Lichtwellen zu leicht unterschiedlichen Zeiten ein. Die Überlagerung dieser Wellen erzeugt ein Interferenzmuster, das feine Details sichtbar macht. Der Abstand zwischen den Teleskopen bestimmt die Auflösung: Je größer der Abstand, desto feiner die Details.
Interferometrie funktioniert im gesamten elektromagnetischen Spektrum. Die Radiointerferometrie ist die ausgereifteste Methode. Antennenanlagen wie das Very Large Array in New Mexico und ALMA in Chile liefern Bilder, die deutlich schärfer sind als die jeder einzelnen Antenne. Optische Interferometrie ist schwieriger, da Lichtwellen mit extremer Präzision kombiniert werden müssen. Doch es ist gelungen, und die Technik verbessert sich stetig.
Das Verfahren dient nicht nur der Bildgebung. Es wird auch zur Messung von Sterndurchmessern, Umlaufbahnen von Doppelsternsystemen und Positionen von Radioquellen mit Millibogensekunden-Genauigkeit eingesetzt. Die Interferometrie vereint einzelne Teleskope zu einem einzigen riesigen Auge.
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