Die Astrometrie ist der älteste Zweig der Astronomie. Sie misst die Positionen und Bewegungen von Himmelskörpern mit außerordentlicher Präzision. Vor der Erfindung des Teleskops verfolgten Astronomen die Planeten mit bloßem Auge und notierten ihre Positionen vor den Sternen. Diese Arbeit zeigte, dass die Planeten die Sonne und nicht die Erde umkreisen.
Die moderne Astrometrie nutzt Teleskope, Kameras und Computer, um Positionen mit einer Genauigkeit von Millibogensekunden zu messen. Die Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat die Positionen, Entfernungen und Bewegungen von fast zwei Milliarden Sternen erfasst. Ihre Daten haben unser Verständnis von Struktur und Geschichte der Milchstraße grundlegend verändert.
Auch mit Hilfe der Astrometrie lassen sich Planeten aufspüren. Ein Stern, der von einem Planeten umkreist wird, gerät durch die Anziehungskraft des Planeten in eine leichte Schwankung. Diese Schwankung äußert sich in einer periodischen Positionsveränderung des Sterns am Himmel. Diese Methode, die sogenannte astrometrische Detektion, ergänzt die Transit- und Radialgeschwindigkeitsmessung. Sie eignet sich besonders gut für massereiche Planeten in weiten Umlaufbahnen.
Die Astrometrie erfasst auch Asteroiden, Kometen und Raumfahrzeuge. Präzise Positionsdaten verhindern, dass wir Objekte aus den Augen verlieren und helfen, nahe Begegnungen vorherzusagen. Ohne Astrometrie würden wir das Sonnensystem blind erkunden.
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