Geist ist der nicht-physische Aspekt einer Person und bezeichnet im christlichen Sprachgebrauch auch die dritte Person der Dreifaltigkeit. Das Wort erfüllt also eine Doppelfunktion, und diese Überschneidung ist beabsichtigt.
In der Hebräischen Bibel ist der Ruach Gottes der Atem oder Wind, der Leben schenkt, Propheten inspiriert und Führer befähigt. Im Neuen Testament kommt der Heilige Geist bei Jesu Taufe herab, wird zu Pfingsten ausgegossen und wohnt in den Gläubigen als Unterpfand des kommenden Zeitalters. Der Geist überführt, tröstet, leitet und teilt Gaben zum Wohl aller aus. Die christliche Theologie betont, dass der Geist keine unpersönliche Kraft, sondern eine persönliche Gegenwart ist, die in ihrer Göttlichkeit dem Vater und dem Sohn gleichgestellt ist.
Auch außerhalb des trinitarischen Glaubens hat der Begriff Bedeutung. Viele Kulturen sprechen vom menschlichen Geist als Sitz von Mut, Widerstandsfähigkeit oder Kreativität. Einige philosophische Traditionen unterscheiden zwischen Geist und Seele und reservieren den Geist für den höchsten, Gott am nächsten stehenden Aspekt des Menschen. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Mensch mit starkem Geist jemand, der sich nicht unterkriegen lässt.
Ob man sich nun auf das Göttliche oder das Menschliche bezieht, der Begriff „Geist“ bezeichnet die Dimension der Realität, die weder gewogen noch gemessen werden kann, aber durch ihre Auswirkungen erkennbar ist.
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