Narzissmus ist ein Persönlichkeitsmuster, das durch übermäßige Selbstbezogenheit, ein Bedürfnis nach Bewunderung und einen relativen Mangel an Empathie für andere gekennzeichnet ist. In seiner extremen Form stellt er die narzisstische Persönlichkeitsstörung dar.
Menschen mit stark ausgeprägten narzisstischen Zügen haben oft ein übersteigertes Selbstbild, das jedoch fragil und abhängig von Bestätigung von außen sein kann. Kritik kann bei ihnen mit Wut oder Rückzug einhergehen. Beziehungen sind häufig oberflächlich oder ausbeuterisch, da der Partner hauptsächlich als Quelle von Bewunderung oder Vorteilen geschätzt wird. Subklinischer Narzissmus tritt in der Allgemeinbevölkerung in unterschiedlichen Ausprägungen auf und steht in Zusammenhang mit dem Verhalten in sozialen Medien, Führungsstilen und zwischenmenschlichen Konflikten.
Entwicklungspsychologische Theorien nennen frühe Erfahrungen mit übermäßigem Lob oder emotionaler Vernachlässigung als mögliche Ursachen. Die Messung erfolgt typischerweise mittels Selbstauskunftsfragebögen, wobei auch Fremdeinschätzungen und klinische Interviews zum Einsatz kommen. Die Behandlung gestaltet sich schwierig, da gerade die problematischen Eigenschaften oft die Veränderungsmotivation mindern.
Wenn Selbstbezogenheit zum Organisationsprinzip einer Persönlichkeit wird und dabei echte Beziehungen verdrängt werden, ist Narzissmus die Folge.
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