Diuretika regen den Harndrang an. Diese einfache Wirkung ist eine der effektivsten Methoden, den Blutdruck zu senken und Flüssigkeitsansammlungen im Körper zu reduzieren. Sie wirken in den Nieren, indem sie die Rückresorption von Natrium und Wasser hemmen, sodass mehr von beidem ausgeschieden wird. Das Ergebnis ist weniger Flüssigkeit im Blutkreislauf, weniger Druck auf das Herz und weniger Schwellungen in Beinen und Lunge.
Die Hauptklassen wirken auf unterschiedliche Abschnitte des Nephrons. Thiazide wie Hydrochlorothiazid wirken im distalen Tubulus und sind Mittel der ersten Wahl bei Bluthochdruck. Schleifendiuretika wie Furosemid wirken in der Henle-Schleife, haben eine deutlich stärkere Wirkung und werden bei Herzinsuffizienz und Ödemen eingesetzt. Kaliumsparende Diuretika wie Spironolacton wirken im Sammelrohr und helfen dem Körper, Kalium zu speichern. Die Kombination eines Thiazid- oder Schleifendiuretikums mit einem kaliumsparenden Diuretikum ist üblich, um den Elektrolythaushalt auszugleichen.
Praktische Hinweise:
- Elektrolyte. Diuretika können den Kalium- und Natriumspiegel senken. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind erforderlich.
- Timing. Morgens einnehmen, um nächtlichen Harndrang zu vermeiden.
- Dehydration. Zu viel Diuretikum kann Schwindel und Nierenprobleme verursachen.
- Gout. Thiazide und Schleifen können den Harnsäurespiegel erhöhen und Gichtanfälle auslösen.
Diuretika werden auch bei Erkrankungen wie Leberzirrhose und nephrotischem Syndrom eingesetzt, bei denen sich aus verschiedenen Gründen Flüssigkeit im Körper ansammelt.
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